Das ewige Thema – Vereinbarkeit

Ich weiß, dass es zu diesem Thema bereits unzählige Artikel und Blogposts gibt, aber da es mich nun auch beschäftigt und ich in den letzten drei Wochen andere Erfahrungen gemacht habe als erwartet, möchte ich dies hier nun auch teilen.

Elternzeit

Für die, die es noch nicht wissen, ich habe bereits im letzten September wieder zu arbeiten begonnen, allerdings „nur“ mit 10 Stunden in der Woche, was zwei Vormittagen entsprach. Die Überlegung dahinter war, dass ich so die Zeit zwischen dem ersten Geburtstag im Januar und einem möglichen Kitastart im August ohne allzu große finanzielle Einbußen überbrücken konnte. Mitte Mai ist meine Elternzeit nun endgültig zu Ende gegangen und dank einer glücklichen Fügung konnte ich auch direkt meine Stunden aufstocken.

Kinderbetreuung

Ein Thema, wenn es um die Vereinbarkeit geht, ist ja immer die Kinderbetreuung. Ich bzw. wir sind in der glücklichen Situation beide Großelternpaare vor Ort zu haben. So kam es auch, dass meine Eltern in den letzten Monaten die Betreuung des Fräuleins übernommen haben. Und auch wenn wir keinen Kitaplatz bekommen hätten, wären sie wohl eingesprungen. Auch weil sie der Fremdbetreuung eines „so kleinen“ Kindes etwas kritisch gegenüberstehen. Allerdings sind sie nun, wo sie sehen, wie gut die Kita dem Fräulein tut und wie wohl sie sich dort fühlt, doch auch sehr positiv dem Ganzen gegenüber.

Wie man daraus schon lesen kann, hatten wir ziemliches Glück und haben ab Anfang April einen Platz in unserer Wunschkita bekommen. Da der Kindergarten, in dessen Einzugsgebiet wir liegen, Kinder erst ab 2 Jahren nimmt, mussten wir uns anderweitig umschauen und so kamen 2 bzw. 3 Einrichtungen in unsere engere Auswahl, die in der Nähe der Großeltern liegen. Dazu ist der eine mein alter Kindergarten, der andere der Kindergarten, den der Herrschroeder besucht hat. Auch wenn ich erst etwas skeptisch war, dass das Fräulein bereits im April in die Krippe gehen sollte, stellte sich das doch im Nachhinein als wahrer Glücksfall heraus, da ich so nur wenige Tag Urlaub nehmen musste und ganz in Ruhe die dreiwöchige Eingewöhnung machen konnte.

Die Eingewöhnung lief wirklich reibungslos. Ich hatte überlegt, eine Art Tagebuch der Eingewöhnung, wie ich sie bei Sandra von wortkonfetti so gern gelesen habe, zu schreiben, aber es gab einfach viel zu wenig zu berichten: ich habe drei Tage lang eine Stunde daneben gesessen, konnte dann für eine halbe und dann für eine Stunde den Raum bzw. nach fünf Tagen auch die Kita verlassen. Dann haben wir die Zeitspanne erst nach vorne ausgedehnt und schließlich nach hinten und nach zweieinhalb Wochen hat das Fräulein auch in der Kita geschlafen. Nach dem Ende der Eingewöhnung kam ein kurzer Einbruch, an dem sie an einem Morgen nicht dort bleiben wollte, und an zwei Tagen noch etwas auf dem Arm bleiben wollte, aber das waren die einzigen kleinen Schwierigkeiten.

Natürlich hat sich die Eingewöhnung auf anderen Wegen bemerkbar gemacht: Das Einschlafen war plötzlich ein ziemliches Problem und auch das Durchschlafen war mit einem Schlag dahin. Dann kam noch eine Kehlkopfentzündung und die Eckzähne dazu. Und so hatten wir mit einem Mal wieder unruhige Abende und Nächte. Auch wollte das Fräulein nicht mehr bei Oma und Opa übernachten. Die Nächte sind inzwischen wieder besser geworden, das Einschlafen ist eigentlich auch kein großes Problem mehr und an dem auswärts Übernachten arbeiten wir noch und hoffen, dass auch das bald wieder klappt.

20 Stunden sind mehr als 2×10

Die Voraussetzungen sind also schon mal super. Es gibt eine gute Betreuung, die Eingewöhnung war bei meinem „Start“ auch schon zwei Wochen durch und im Prinzip hatte ich ja auch vorher schon meinen Wiedereinstieg in den Beruf. Was sollte also passieren? Naja, zum einen hatte ich mir das mit den Stunden ein bißchen anders vorgestellt…

Nachdem wir im Januar die Zusage für den Kitaplatz und den Termin für die Eingewöhnung genannt bekommen haben, habe ich direkt das Gespräch mit meinem Chef gesucht und meinen Plan geäußert. Danach wollte ich 25 Stunden machen und von 8:30 – 13:30 Uhr arbeiten, mit Fahrtzeiten wäre es mit dem Wegbringen und Abholen des Fräuleins zwar „sportlich“ geworden, aber machbar gewesen. Tja, und dann kam zunächst die Aussage, so ginge das nicht und wenn ich bis 13:30 arbeiten wolle, müsse ich eine Pause machen. Hieß also ich käme nur noch auf 22,5 Stunden – bei 25 Stunden Anwesenheit. Etwas zerknirscht habe ich also alles durchgerechnet und für mich „entschieden“ dann eben nur 22,5 Stunden zu machen. Eine Woche später kam dann mein Chef auf mich zu und erklärte, dass er es für besser hielt, wenn ich erstmal nur 20 Stunden arbeiten würde!?! Somit arbeite ich nun also ca. von 8:30 bis 12:30, was für mich aber bedeutet, dass ich zum einen ziemliche finanzielle Einbußen habe, vor allem wenn man bedenkt, dass die Betreuung des Fräuleins ja auch Geld kostet, zum anderen bin ich gegen 13:00 Uhr Zuhause und muss gegen 13:40 wieder los das Fräulein holen. Irgendwie ist das noch nicht optimal. Aber das Fräulein macht in der Kita so schön Mittagsschlaf, dass ich ihr (und mir) den auch nicht unter- bzw. abbrechen will.

Zum anderen bin ich nach drei vollen Wochen Halbtagstätigkeit aber auch irgendwie auf dem Boden der Realität gelandet. Wie soll ich es beschreiben? Ich befinde mich ganz oft und viel stärker als vorher in einer Zwickmühle. Wenn ich am Mittag zuhause bin, habe ich entweder die Möglichkeit, dies als meine Mittagspause zu sehen, etwas zu essen und die Füße für einen Moment hochzulegen. Oder ich räume die Spülmaschine, den Trockner und/oder die Waschmaschine aus und wieder ein, lege Wäsche zusammen oder mache etwas ähnliches, was sich in der halben Stunde bewältigen läßt.

Denn genau das ist gerade mein Problem: Wenn das Fräulein dann da ist, komme ich zu nichts mehr, bzw. möchte auch den Nachmittag mit ihr verbringen. Denn sie wird eh viel zu schnell groß. Aber dann bleiben natürlich andere Sachen liegen und besonders dreckiges Geschirr auf der Arbeitsplatte über der Spülmaschine macht mich rasend. Ich glaube, wir müssen was das betrifft, auch die Aufgaben neu verteilen. Ich merke jedenfalls, dass mir durch die 10 Stunden mehr Arbeit Zuhause  aber deutlich mehr Zeit fehlt. Und damit will ich nicht sagen, dass ich diese Zeit früher nur mit Hausarbeit verbracht habe (HAHAHA). Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie es sich entwickelt und wie wir in ein paar Monaten damit klar kommen.