Die ersten Schuhe – ein Drama in mehreren Akten

Mit den ersten Schritten des Fräuleins kam natürlich irgendwann auch das Thema Schuhe auf. Nun wohnen wir am Rande einer Kleinstadt, die zwar alles Nötige bietet, aber doch eine eingeschränkte Auswahl hat, was bestimmte modische Dinge angeht. Wie ich leider feststellen mußte, sind Kinderschuhe bzw. Lauflernschuhe ein echtes Problem.

Das Fräulein hat Anfang Dezember angefangen zu laufen, allerdings nur an beiden Händen. Im Januar konnte sie dann schon recht gut auch an einer Hand laufen und mit Abschaffung der Babyschale im Februar fand ich es praktisch, sie auch mal auf ihre eigenen Füße stellen zu können, was ich bei den Temperaturen mit Krabbelschuhen wiederum nicht so gut fand. Also machte ich mich auf die Suche nach einem Paar Lauflernschuhen, die nicht besonders teuer sein sollten, da ich davon ausging, dass sie nur wenige Wochen halten würden.

Bei meiner Recherche im Internet stieß ich schon auf viele scheußliche Modelle mit Glitzer, Bärchen, Häschen, Herzchen, in grellen Farben und seltsamen Farbkombinationen. Oder auf wirklich schöne Schuhe, die aber im Preis jenseits meiner Schmerzgrenze lagen. Ein Paar gefiel mir relativ gut und es war auch preislich akzeptabel, aber nur im Internet zu erwerben.

Also machten wir uns auf in die Innenstadt. Das einzige ausgewiesene Schuhgeschäft für Kinder wollte uns nichts verkaufen, da das Fräulein noch nicht alleine lief. Da ich sie aber nicht den ganzen Tag in den Schuhen laufen lassen wollte, sondern nur, wenn wir das Haus verließen, stellte der Einwand der Fußentwicklung für mich kein Problem dar. Somit zogen wir weiter durch die verschiedenen Geschäfte, in denen es eben jene Glitzer-Bärchen-Häschen-Schuhe gab, die ich bereits im Internet bewundern durfte. In einem Geschäft fanden wir dann das „Jungenmodell“ des Schuhs der mir gefiel. Anprobiert und in Ermangelung von Alternativen direkt im Netz bestellt.

Bereits am nächsten Tag waren sie da und das Fräulein konnte fröhlich losstapfen.

Nach ein paar Wochen merkte man, dass die Schuhe bereits zu klein wurden und ich begab mich erneut auf die Suche nach schönen Schuhen. Da das Fräulein nun schon ziemlich sicher lief, sollten sie auch ruhig etwas hochwertiger sein. Da wir vor Kitastart noch einen Ausflug machen wollten, packten wir Oma ein und fuhren nach Münster in den schönen Shop von Smallfolks. Ich hatte mich bereits im Internet bei ihnen umgesehen und viele schöne, schlichte Schuhe gefunden.

Wir wurden sehr nett begrüßt und es wurde sich sehr viel Zeit für uns genommen. Die Füße des Fräuleins wurden gemessen (was nicht ganz einfach war) und auch die Schuhe wurden innen ausgemessen, ob sie in der Länge passten und genug Zuwachs boten. Direkt beim ersten Schuh konnten man sehen, dass er für den Fuß des Fräuleins absolut unpassend war und sie damit ziemlich staksig lief, mit dem zweiten Modell war es ganz anders: die stapfte fröhlich los als hätte sie nie etwas anderes an den Füßen gehabt. Da wir allerdings quasi zwischen zwei Größen waren (die eine hatte nur 2 mm Zuwachs, die nächste 10) wurden noch mehrere Modelle in der gleichen Größe geholt und ausgemessen. Bis wir eines fanden, dass zwar an der Grenze, aber eben noch im richtigen Bereich lag.

Wir haben uns wirklich toll und kompetent beraten gefühlt und haben ein schönes schlichtes Paar Schuhe gekauft. Und wir werden wohl beim nächsten Paar wiederkommen. Auch wenn wir dazu 120 Kilometer fahren müssen.

Dieser Post wurde in keiner Weise unterstützt oder bezahlt sondern enthält einzig meine Meinung, die ich gerne kundtun wollte. Vielleicht hilft es ja jemandem, der genauso verzweifelt wie ich schlichte Kinderschuhe sucht.

  1. Die ersten Sandalen - eine Fortsetzung – frau schroeder

    17. Juli 2018 at 11:46 am

    […] bereits vor einigen Wochen im Post „Die ersten Schuhe“ geschrieben, gestaltet sich der Schuhkauf bei uns leider sehr schwierig. Nun bin ich ja davon […]

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