Ein völlig misslungener Neustart

Ich weiß gerade nicht, ob es schlechtes Karma ist oder einfach nur eine ganz normale Reaktion eines Kleinkindes, aber unser Neustart in die Krippe lief bzw. läuft gerade gar nicht optimal.

Nach der Eingewöhnung hatten wir nur einen Morgen, an dem unser Fräulein nicht im Kindergarten bleiben wollte, ansonsten war es eigentlich immer problemlos, sie dort morgens abzuliefern. Sie war immer sehr fröhlich und freute sich riesig in den Kindergarten zu gehen. Sie wurde sogar morgens schon mit „unser Sonnenschein“ und „immer am Strahlen“ begrüßt.

Personelle Wechsel und Krankheit

In den zwei Monaten vor den Sommerferien kam es dann zu einigen personellen Wechseln. So fiel eine Erzieherin durch ein Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft kurzfristig aus, eine andere wechselte zum Juli in eine andere Kita in ihrer Heimatstadt. Und zum guten Schluss wurde in der Woche vor den Ferien bekanntgegeben, dass die Bezugserzieherin des Fräuleins zum Oktober die Kita wechselt, aber bereits ab August in einer anderen Gruppe tätig sein wird, um keine Eingewöhnung mehr zu machen. Sprich drei von vier Erzieherinnen verließen in dieser Zeit die Krippengruppe.

Außerdem hatte das Fräulein in der Woche vor den Ferien noch die Hand-Mund-Fuß-Krankheit und konnte somit die letzten drei Tage nicht in den Kindergarten. In den Ferien war der Papa eine Woche Zuhause und danach war sie bei Oma und Opa. In der ganzen Zeit hat sie nur vom Kindergarten gesprochen und von den verschiedenen Kindern.

Der Neustart

Am Montag ging es nun wieder los und sie war auch sehr fröhlich als wir ihren Rucksack gepackt und zum Kindergarten gefahren sind. Dann war natürlich einiges anders: es waren nur wenige Kinder da, dazu kommen ja nun noch ein paar neue Kinder, dann zwei neue Erzieherinnen, am Nachmittag eine dritte. Am Dienstag und Mittwoch war noch alles gut, aber am Donnerstag ging es dann los: Sie wollte mich nicht gehen lassen. Sie hat geweint und sich an mich geklammert und es brach mir fast das Herz.

Heute morgen dann das Gleiche. Allerdings ging es schon Zuhause los: „Mama arbeiten, zu Oma und Opa fahren!“ Ich hab natürlich gesagt: „Nein, wir fahren zum Kindergarten“. Im Auto war sie dann sehr still, was in der letzten Zeit eher selten vorkam. Im Kindergarten meinte sie dann zu mir: „Oma auch da“. Bis wir in die Gruppe gingen war auch hier noch alles gut. Aber dann ging es los. „Arm!“ Sie klammerte sich an mich, wollte nichts machen und irgendwann fing sie wieder zu weinen an.

Hilflosigkeit

Es macht mich gerade wirklich fertig. Aber wenn ich überlege kann ich es natürlich verstehen: Es sind immer noch nur wenige Kinder da und zwei der „großen“ scheint sie besonders zu vermissen. Dann gibt es einige neue Kinder, deren Mütter zur Eingewöhnung dabei sind, dazu drei neue Erzieherinnen, die sie nicht kennt. Hier muss ich leider dem Kindergarten, den ich eigentlich wirklich toll finde, einen Vorwurf machen. In den Wochen vor den Ferien herrschte, wie oben schon beschrieben, bereits ein Personalmangel und es wurden wechselnde Erzieherinnen aus anderen Gruppen eingesetzt. Alles kein Problem. Nur die zwei Erzieherinnen, die jetzt dauerhaft in der Krippe sein sollen, waren vorher nie da. Ich denke, wenn diese bereits vorher mal in der Gruppe gewesen wären, würden die Kinder sie auch schon kennen und es wäre jetzt nicht so vollkommen neu.

Naja, wahrscheinlich müssen wir da nun einfach durch und ich hoffe, dass wir es bald überstanden haben. Ich weiß leider auch nicht, wie ich unserem Fräulein dabei helfen kann. Das ist eigentlich mein größtes Problem, diese Hilflosigkeit…