Me-Time oder Mama macht einen Workshop

Vor knapp zwei Wochen habe ich etwas gemacht, was ich schon lange vorhatte, aber mich nicht getraut habe, wozu ich keine Zeit hatte oder was mir zu teuer war: ich habe an einem Lettering-Workshop teilgenommen.

Ein Trend der mich mitgerissen hat

Ich bin ja eigentlich kein Trendsetter oder jemand, der jeden Trend mitmachen muss. Meist ist es sogar eher so, dass ich erst einige Zeit brauche, um mich an etwas zu gewöhnen, ehe es mich selber packt. Beim Lettering war es anders. Schon relativ lange folge ich Frau Hölle, zunächst ihrem Blog, später dann ihrem Instagram-Account. Zunächst waren es ihre Sketchnotes, die mich interessiert haben, aber das Lettering hat mich dann erst recht gepackt. Ich habe mir ihre Tutorials bei Periscope angeschaut und bin auch über sie irgendwann bei den Instagram-Stories gelandet. Ich habe mir Brush Pens und gepunktetes, extra glattes Papier gekauft und regelmäßig an der #letterattackchallenge teilgenommen. Zu unserer Hochzeit gab es Einladungskarten im Kalligraphie-Stil und die Tischkarten habe ich dann in diesem Stil selbstgestaltet und geschrieben. Aber trotz allem üben, fehlte mir doch ein bißchen Anleitung. Und ich wollte gerne einen Workshop machen. Aber München ist weit, an einem Tag ist das nicht zu machen, also Anreise, Hotel und Workshop, dazu kam dann ja irgendwann auch noch das Fräulein…

Auf der Suche nach Alternativen…

Also habe ich Alternativen gesucht und in Form der Bücher „Handlettering Alphabete“ von Tanja Capell aka Frau Hölle und  „Handlettering Watercolor“ von Sue Hiepler und Jasmin Redding aka May & Berry, die ziemlich zeitgleich erschienen gefunden. Beides schon rein optisch wahnsinnig tolle Bücher. Aber natürlich ändert es nichts daran, dass mir die Zeit zum Üben einfach fehlt.

Durch das May & Berry-Buch bin ich aber auf die zwei Mädels aufmerksam geworden und habe festgestellt, dass auch sie Workshops anbieten und diese vor allem in ihrem Studio in Bonn stattfinden. Das wäre also auch mit Anreise problemlos an einem Tag machbar. Somit hatte sich in meinem Kopf der Wunsch festgesetzt einmal an einem Workshop der beiden teilzunehmen. Allerdings kam hier natürlich wieder die Terminfrage. Es wäre nur ein Wochenendtermin möglich und die Wochenenden sind natürlich auch immer schnell verplant. Als nun aber der Newsletter mit Terminen im November und Dezember erschien, bot sich mir die Gelegenheit. Nach einigem Überlegen, habe ich gebucht.

Familienbesuch und Workshop

Da wir auch noch Familie in und um Bonn haben, haben wir den Workshop genutzt und gleichzeitig einen Familienbesuch gemacht. So war auch das Fräulein beschäftigt und konnte Zeit mit der Cousine verbringen.

Ich machte mich also am Vormittag auf in das Studio von May & Berry. Gefunden habe ich es super, obwohl es von der Straße aus nicht zu sehen ist. Man muss schon wissen wo man hin möchte. Überrascht hat mich allerdings die Größe. Auf Instagram wirkte es auf mich sehr viel größer als es in Wirklichkeit ist. Dies soll nicht negativ klingen, aber es zeigt, wie die  Perspektive täuschen kann. Wir waren 17 Mädels und Frauen in dem Worshop, saßen am langen, sehr schön dekorierten Tisch und es war eine harmonische Atmosphäre.

Der Workshop war eine Watercolor & Lettering Workshop und somit die beiden Bereiche aufgeteilt, die jeweils von einer der beiden Damen übernommen wurden. Zunächst sind wir mit Sue und der Illustration bzw. den Grundlagen derselbigen gestartet und es war faszinierend zu sehen, wie man mit einfachen Pinselstrichen und -bewegungen Blätter, Äste und Blumen gestalten kann. Weiter ging es mit einigen Grundlagen über die Bildgestaltung und einer Idee für das abschließende Werk, dass aber jede von uns auf ganz eigene Art und Weise umsetzen konnte.

Im zweiten Teil ging es weiter mit Jasmin und dem Lettering. Hier wurden einige Grundlagen zu Stiften und Schriftarten vermittelt und erklärt wie man mit Hilfe von Faux-Kalligrafie schöne Effekte erzielen kann. Nach einigen Übungen diesbezüglich haben wir einen Spruch in unser vorher erstelltes Bild gelettert.

Fazit oder würde ich es nochmal machen?

Da muss ich wohl etwas differenzieren. Erstmal war es eine schöne Auszeit und mein Plan ist zukünftig mindestens zweimal im Jahr so etwas wie einen Workshop oder eine Konferenz zu besuchen. Denn das gibt einem nochmal völlig neue Sichtweisen und Impulse. Was den Workshop selbst angeht, war er auch echt schön und bereichernd, aber ich würde zukünftig eher Workshops besuchen, die sich mit einem Thema (hier also Watercolor oder Lettering) beschäftigen. Mir hat der Watercolor-Teil wirklich Spaß gemacht und ich hätte auch gerne dort noch mehr gelernt, aber irgendwie liegt meine Prio doch beim Lettering und das kam hier ganz klar zu kurz. Von daher werde ich vielleicht im nächsten Jahr noch einen reinen Letteringworkshop besuchen.