Wie ein ungetragener Schal zum neuen Lieblingsteil wird – Cambito-Sweater

Vor einem guten halben Jahr stieß ich bei Instagram zum ersten Mal über den Cambito bzw. damals noch Cambio Sweater von Katrin Schneider. Und ich fand ihn mit seinen bunten Streifen direkt toll. Also spukte er in meinem Kopf herum.

Wenn sich Projekt und Wolle finden

Wenn ich mich in ein Projekt vergucke kommt immer irgendwann die Frage, welches Garn ich nehme. Das Original? Oder gibt es noch was im Stash? Oder eine andere Alternative? So war es auch in diesem Fall. Ich hatte noch einiges an Mohairgarnen. Zum einen von meiner Kumulusbluse in bordeaux. Dann in flieder, das ich mal für eine weitere Kumulus gekauft hatte, das mir aber nicht gefiel – es wurde ein Novice Sweater Mini daraus. Der Rest war noch da. Dann hatte ich Reste von meinem letzten Muttertagstuch, vom Lucky Me-Shawl, vom Stockholm-Slipover und ein Garn aus dem mal ein Easy-Dreieckstuch werden sollte.

Tja, würde so nicht reichen. Aber ich hatte ja auch noch meinen Himmelsstrahl. Ein superschöner Schal. Breit, lang, kuschelig. Und genau da lag für mich das Problem. Ich wußte nie, wie ich ihn tragen sollte: einmal um den Hals geschlungen waren die Enden viel zu lang, zweimal war schon recht dick und immer noch lange Enden und bei drei Umschlingungen bekam ich quasi Platzangst. Außerdem war er so warm, dass ich ihn wirklich nur bei Minusgraden tragen konnte. Somit konnte ich an zwei Händen abzählen wie oft ich ihn in anderthalb Jahren getragen habe. Kurzzeitig hatte ich die Überlegung zwei Schals daraus zu machen. Aber dann hätte ich einen, der mir super gefällt in Blautönen und einen, den ich quasi nie tragen würde.

So kam es dass ich mich entschloss den Schal zu ribbeln. Das war ein Akt und hat mich einige Stunden gekostet. Aber ich würde sagen, es hat sich gelohnt.

Ist es das richtige Projekt?

Ich hatte wirklich wahnsinnig Lust auf einen bunt gestreiften Pullover und der Oversizeschnitt gefiel mir auch echt gut – nur nicht für mich und meine Figur. Also habe ich verschiedene Alternativen überlegt, z.B. die Emmiblouse von Rosa P. oder die Kumulusbluse von PetiteKnit in den entsprechenden Streifen zu stricken. Irgendwann habe ich mich entschlossen, aber schon mal die Anleitung zu kaufen, weil ich fand, dass ich die Arbeit von Katrin Schneider würdigen müsste auch wenn ich nur das „Muster“ übernehmen würde.

Ich habe mir immer wieder Beispiele bei Instagram oder Ravelry angesehen und habe mich schließlich entschlossen den Pulli in der kleinsten Größe zu stricken. Warum? Der Pulli hat durch den Schnitt genug Weite um trotzdem zu passen und ist nicht ganz so oversize geschnitten wie eigentlich gedacht. War die Entscheidung richtig? …dazu später mehr.

Los geht’s

Ich habe also im Oktober angefangen zu stricken. Und kann sagen, die Konstruktion ist super, die Anleitung auch und es macht Spaß. Durch die Streifen hat man auch immer wieder die Motivation, den einen Streifen noch fertigzustricken und kommt gut voran. Ich hatte mir die Farbfolge anhand der Anleitung im Vorfeld zurechtgelegt, habe aber später eher spontan entschieden, welche Farbe als nächstes kommt. So kommt es auch, dass mir einmal die Farbe für einen Streifen am Ärmel ausgegangen ist und ich auf eine ähnliche ausweichen musste.

Dann kam mir der Caramel-Sweater und der Stockholm Slipover für das Fräulein sowie Weihnachtsgeschenke dazwischen. Und der #machdasufofertigfal. In dem Zusammenhang habe ich dann meinen Cambito aber wieder aufgenommen bevor er vollends zum UFO werden konnte. Und seit Ende Januar ist er fertig.

Passform

Nun zur Passform: Die Größen unterscheiden sich in der Weite und der Länge bis zur Unterkante der Ärmelöffnungen. Und genau da lag mein Denkfehler. Ich habe mich nur nach der Brustweite gerichtet und dort passte der Pulli auch super, ist immer noch oversize und für mich genau richtig. Allerdings hätte ich die Ärmelöffnungen größer stricken müssen, hier also den Angabe für eine größere Größe folgen müssen. Dann wäre der Pulli auch insgesamt ein wenig länger geworden. Allerdings hatte ich auch so schon Schwierigkeiten mit den vorhandenen Garnen und hätte mir weiteren Streifen und größeren Ärmeln noch mehr Mangel gehabt.

Was ich eigentlich sagen möchte: er könnte bei mir ein wenig länger sein und die Ärmel sind bei mir ziemlich eng. Trotzdem mag ich ihn und werde ihn weiterhin tragen. Und für’s nächste mal habe ich gelernt, mir mehr Gedanken über eine Anleitung zu machen.